TSV 1894 Kusterdingen e.V.

Pamela Veith Vierte in der Wüste Gobi

 

Foto: Privat

Foto: Privat

Bericht: Dietmar Czapalla

Als Siegerin des Vorjahres war die für den TSV Kusterdingen startende Pamela Veith zum zweiten Mal der Einladung des chinesischen Leichtathletikverbands zum Gobi-Ultra-Marathon gefolgt. Für die in Dettingen/Erms wohnende Läuferin eine große Ehre und auch eine Überraschung, dass sie abermals zum Einladungslauf für die besten Ultras der Welt ins Land der Mitte gerufen wurde.

Bei ihrem Sieg im Vorjahr galt es im November bei 19 Grad „nur“ 50 Kilometer zu bewältigen, diesmal brutale 100 Kilometer bei rund 45 Grad in der Wüste Gobi. Der stets ambitioniert laufenden Pamela Veith war im Vorfeld bekannt, dass die anspruchsvolle Strecke über Lava- und anderes Gestein, extrem viel Sand, dorniges Gestrüpp, Matsch und nur wenig Ashalt führen würde.

Am frühen Morgen nach dem Lauf erreichte uns eine durch und durch euphorische  Mail der Ausdauerathletin, direkt aus China, die mit den Worten „es war ein extrem hartes Rennen unter schwersten Bedingungen und ich bin dankbar, stolz und glücklich, so gut abgeschnitten zu haben“, endete. Was war am Tag zuvor geschehen?

Zum Start um 7.40 Uhr wurden die besten Ultras der Welt mit vier Bussen und Blaulicht aus der Stadt hinaus in die Wüste gefahren. Allmählich wurde es hell und schon um 9 Uhr war es sehr heiß. Nachdem es den 50 Kilometer langen Kurs auf einer Höhe von 1400 Metern zweimal zu durchlaufen galt, war es für die Teilnehmer neben einer großen physischen auch eine ungewohnt hohe  psychische Herausforderung. Zumal es bei diesem Trail immer wieder auch enorm belastende Sanddünen auf und ab ging.

Die ersten 50 Kilometer lag die willensstarke Ermstälerin auf Platz sieben. „Danach konnte ich mich kontinuierlich nach vorne arbeiten, so dass ich bei Kilometer 60 sogar auf Platz drei war. Leider bekam ich auf Grund der Flüssigkeitszufuhr und der Hitze bei Kilometer 75 starke Magenprobleme. So musste ich die Chinesin, die hinter mir auf Platz vier lag, vorbeiziehen lassen“, schildert „Pami“ den weiteren Rennverlauf.

Trotz mehrerer Blasen durch den Wüstensand in den Laufschuhen und die Magenprobleme konnte sie sich am Ende dennoch völlig zurecht über ihren vierten Platz freuen. Bei wahrlich extremen Bedingungen war Pamela Veith als beste Europäerin auf der 100 Kilometer langen Strecke nur 10:52:01 Stunden lang unterwegs.

Damit hatte die Ultraläuferin den lange Zeit herbeigesehnten Zielstrich noch vor dem aufkommenden Sandsturm und der einbrechenden Dunkelheit, aus allen Knopflöchern strahlend, erreicht.

Nicht so alle drei im Vorfeld des Gobi-Ultra-Marathons zu den absoluten Favoriten gezählten drei Kenianer, denen es nicht gelang, bis hin zum Ziel durchzuhalten. So auch je zwei weitere deutsche Frauen und Männer, die den brutalen Wettkampf schon nach 50 Kilometer abbrechen mussten. Nicht so das Ultra-Laufwunder aus dem Ermstal, die 42-jährige Pamela Veith.