TSV 1894 Kusterdingen e.V.

Pamela und Renate in Chile erfolgreich

Foto: Privat

Pamela Veith und Renate Veith-Gebele starteten beim „Wings for Life Run“ in Chile.
Hier der Bericht von Pamela:

Renate und ich waren zwei Wochen in Chile und sind dort bei Wings for Life mitgelaufen. Das ganze kam zustande, da ich letztes Jahr in Olten (Schweiz) den Wings for Life Run gewonnen hatte und ich mir dann aussuchen durfte, wo ich dieses Jahr starten möchte. Ich entschied mich für Chile und da es für zwei Personen war, nahm ich meine Schwester Renate mit, die dann ja auch laufen durfte. Wir sind am 2. Mai von Paris aus nach Santiago de Chile geflogen, Dauer 14 Stunden. Dort wurden wir vom Red Bull Shuttle direkt am Flughafen abgeholt und zu unserem Hotel gebracht. Zwei Nächte wurden von Red Bull bezahlt, auch der Flug für zwei Personen. Am Sonntag, 7. Mai war dann der Lauf in Santiago de Chile. Start war ja auf der ganzen Welt um dieselbe Zeit, in Santiago war das dann um 8.00 Uhr, in Deutschland um 13.00 Uhr und je nach Zeitverschiebung in Australien sogar nachts.Um 8.00 Uhr war es noch dunkel in Chile, wir wurden im Hotel vom Red Bull Team abgeholt und zum Start gebracht, einem Park in Santiago, Fahrzeit ca. 1/2 Stunde.Nachdem ich mich auf Grund meiner Verletzung im Vorfeld leider nur drei Wochen vorbereiten konnte, war mir klar, dass ich nicht das erreichen würde, wie im letzten Jahr. Andere Topläufer wie etwa der Italiener Calcaterra, der in Italien letztes Jahr gewann und dieses Jahr Zweiter wurde, hatten sich schon monatelang extensiv darauf vorbereitet, sogar mit Höhentraining in Italien. Renates Ziel war ca. 17 Kilometer zu laufen. Der Wettkampf läuft ja folgendermaßen ab: die Läufer starten um 8.00 Uhr, das Catcher Car startet eine halbe Stunde später mit 12 km/h und steigert dann bis 20 km/h (Infos unter Wings for Life World Run auch im Internet). Wenn man vom Catcher Car eingeholt wird, muss man das Rennen beenden und mit dem Shuttle Bus zurück an den Start fahren. Wer dann die meisten Kilometer absolviert hat, hat das Rennen gewonnen. Weltweit gibt es die Rennen in verschiedenen großen Städten. Der Sieger, bzw. die Siegerin darf sich dann für das nächste Jahr einen Start in einem Land aussuchen. Bei mir lief es am Anfang ganz gut, doch bemerkte ich, dass mein Magen nicht ganz so mitspielte, vermutlich aufgrund des ungewohnten Essens. Nach ca. 15 Kilometer musste ich also den ersten Stopp hinlegen, 10 Kilometer später folgte der zweite. Da es keine „Dixi`s“ gab und die ganze Strecke über eine halbseitig gesperrte Hauptstraße führte, war es gar nicht so einfach, ein ruhiges Plätzchen zu finden. Als die Plagerei dann erledigt war, konnte ich befreit wieder laufen und schaffte es auch noch kurz vor dem Ende einen Chilenen einzuholen. Zwischendurch kam auch ein Motorrad mit Kameramann angefahren und ich gab während dem Lauf noch ein kurzes Interview. Auch ein paar chilenische Jungs kamen von hinten an mich herangelaufen und wollte wissen, woher ich komme und machten mir noch ein paar Komplimente „hola linda quica“ como estas was so viel heißt wie „hallo Schöne Frau wie geht’s“ (Südländer halt). Bei Kilometer 31 kam das Motorrad an, das dann signalisiert, dass demnächst das Catcher Car kommt und das Rennen beendet ist. Das spornte mich noch einmal an, trotz allen Widrigkeiten wollte ich unbedingt noch 35 Kilometer schaffen. Am Ende waren es 35,57 Kilometer und Platz elf von 520 Frauen, sowie der Sieg in der Klasse W40. Renate war sensationell stark, lief mit 26,15 Kilometer auf Platz 32 gesamt und auf den ersten Platz in der Klasse W55, obwohl sie selbst im Training nie mehr als 14 Kilometer lief. Insgesamt waren auf der ganzen Welt 45.066 Frauen am Start, davon wurde ich 149. und Renate 806. Alles war ein tolles Erlebnis mit einem sehr zufriedenstellenden Ergebnis und für Renate finde ich eine unglaubliche Leistung! Die Siegerin die auch den Wettkampf auf der ganzen Welt gewann, war sogar besser als der Sieger der Männer in Chile. Sie kommt aus Polen, hat dort letztes Jahr gewonnen und lief mit 68 km sogar Rekord. Auch die anderen Läuferinnen vor mir waren von internationaler Spitzenklasse. Diese Läuferinnen auf Platz 1-10 in Chile laufen einen Marathon im Bereich 2:20-2:45, da bin ich ja ziemlich weit entfernt. Trotzdem war es ein tolles Erlebnis mit so vielen Eindrücken und im Nachhinein gesehen auch ein tolles Ergebnis.